Claude Debussy. La Mer. Partitur. Trois Esquisses symphoniques. Nach d. Quellen hrsg. von Max Pommer.

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Buchbeschreibung
Edition Peters; Leipzig, 1972.
Originalleinen. X; 170 S.; Noten; 30 cm.
Gutes Ex. - Text in deutsch, franz. u. engl. - Gegen die verbreitete Auffassung, La Mer sei eine realistische Schilderung des Meeres mittels impressionistischen Klangzaubers, zu der auch die Überschriften der einzelnen Sätze verführten, spricht die Entstehungsgeschichte des Werkes, die sich aus Debussys Korrespondenz rekonstruieren läßt. "Sie wußten vielleicht nicht, daß ich für die schöne Laufbahn eines Matrosen ausersehen war und daß nur die Zufälle des Daseins mich auf eine andere Bahn geführt haben. Nichtsdestoweniger habe ich mir für sie (die See, d. Hrgb.) eine aufrichtige Leidenschaft bewahrt. Sie werden mir sagen, daß der Ozean nicht gerade die Rebenhügel der Bourgogne umspült . . . und daß die Sache wie eine Atelierlandschaft ausfallen könnte; aber ich habe zahllose Erinnerungen. Das taugt meiner Ansicht nach mehr als eine Wirklichkeit, deren Zauber im allgemeinen zu schwer auf unserer Phantasie lastet." (Debussy in einem Brief vom 12. Sep-tember 1903 an seinen Freund Messager.) Debussy lebte in diesem September als Gast bei den Eltern seiner ersten Frau Rosalie Texier in Bichain. Am gleichen Tage schrieb er einen Brief an den Verleger Jacques Durand: "Mein lieber Freund ... Was würden Sie hierzu sagen: La Mer. Drei sinfonische Skizzen für Orchester. I. Mer belle aux lies Sanguinaires (Schönes Meer bei den blutdürstigen Inseln) II. Jeux de Vagues (Spiel der Wellen) III. Le vent fait danser la mer (Der Wind läßt das Meer tanzen) Daran arbeite ich nach unzähligen Erinnerungen und versuche es hier zu beenden . .." In einem Brief Debussys an Durand vom 6. Januar 1905 lesen wir jedoch: "Lieber Freund, ist der Titel, den ich Ihnen für das erste Stück von La Mer angegeben habe, nicht ,Von der Morgendämmerung bis zum Mittag auf dem Meere'? Plötzlich bin ich mir dessen nicht mehr ganz sicher ..." Es fällt auf, daß Debussy die Überschriften des ersten und des dritten Satzes veränderte. Diese Tatsache beweist, daß die Musik von La Mer, ähnlich wie die der Preludes für Klavier, nicht sklavisch den poetisierenden Titeln, sondern eigenen, musikalischen Gesetzen folgt, deren Idee vom Eindruck des Meeres inspiriert ist. (Debussys Biograph Vallas berichtet, daß "Mer belle aux lies Sanguinaires" um des Gegensatzes von "belle" (schön) und "san-guinaire" (blutdürstig) willen gewählt worden sei und nicht, um einen bildhaften Eindruck des Meeres bei den Ajaccio vorgelagerten Inseln zu vermitteln.) Die ironische Stellung des Komponisten zur bloß nachahmen-den Naturschilderung wird in dem folgenden Brief vom September 1904, wiederum an Durand, deutlich: "Lieber Freund .. . ich hätte gerne La Mer hier beendet, aber ich muß die Instrumentierung noch fertig machen, die stürmisch und wechselnd ist wie das - Meer! (Mit allen meinen Entschuldigungen für dieses letztere)". Die Partitur wurde, wie es das Autograph angibt, am 5. März 1905 beendet. Am nächsten Tag, Montag, dem 6. März, schreibt Debussy an Durand: "Mein lieber Freund, seien Sie unbesorgt; La Mer ist fertig, seit Sonnabend (also einen Tag vor dem Datum des Autographen! d. Hrgb.) an die Stecher, Kopisten usw. abgeschickt ... Ich will ein paar Tage ausruhen. … (Max Pommer)
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