(Pressemappe) Dritte Internationale Frühjahrsmesse Berliner Galerien 1971.
Interessengemeinschaft Berliner Kunsthändler u.a.

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Buchbeschreibung
Ca. 110 S.; zahlr. Illustr. (s/w); 34 cm; kart.
Gutes Ex. - Beilage. - deutsch, englisch. - PRESSEMAPPE. - Unbehagen am Kunstmarkt - Seit seiner Erfindung durch die bürgerliche Gesellschaft hat der Kunsthandel stets zwei Funktionen innegehabt: Mäzenatentum und Handel. Daran hat sich bis heute wenig geändert, allerdings müssen wir gegenwärtig die zwei Funktionen deutlicher trennen. Auf der einen Seite der Kunsthändler - oft nur noch Makler und nur noch an Tageskursen gewisser Kunstwerke (Kunstaktien) orientiert - auf der anderen Seite der "Mäzen" in Gestalt des Galeristen - oft selbst existenzbedroht und ohne die Möglichkeit, auf weite Sicht hinaus zu helfen. Zwei Spezialisten unterschiedlichster Interessen und Engagements also, die einen Teil des Kunstmarktes ausmachen. in der Entwicklung unserer Gesellschaft ist es nur konsequent, daß sich Kunstmärkte und Kunstinvestmentfonds bilden. Interessant ist beispielsweise, daß der erste Kunstmarkt 1967 in Köln durchaus noch idealistische Ziele hatte: Information über progressive und noch nicht etablierte Kunst und die Bildung eines europäischen Gegengewichtes zu dem mächtigen amerikanischen Markt. Inzwischen sind Kunstmärkte rein kommerzielle Ereignisse für Wirtschaftsjournalisten geworden. "Alle reden vom Umsatz." Das Problem unserer Kunstmärkte ist das Problem der ungleichen Kapitalverteilung. Solange Gruppen und Personen mit ihrem Kapital Macht über andere besitzen, können auch uptopische Vorstellungen von Mitbestimmung nicht wirksam werden. Auf dem Sektor der bildenden Kunst noch weniger als auf dem der Wirtschaft. Museen, Sammler, Kritiker, Kunsthändler und Karriere-Künstler nutzen die Mög-lichkeit zur Manipulation (siehe dokumenta 4, Kunstbiennalen, Kunstmärkte oder Bestsellerlisten). Der Künstler H. P. Alvermann veröffentlicht in diesem Katalog (Galerie Art intermedia) einen Text, der dieses Mitbestimmungsprinzip als Mittel einer Demokratisierung des Kunstmarktes anbietet. Wir, die wir Alvermann schon seit Jahren kennen und wissen, daß er ein sozialengagierter Künstler ist, müssen uns über diese seine Naivität wundern. Sein zaghaftes Gerede in diesem Katalog könnte sogar böse Zungen darauf hinweisen lassen, daß er einen Werbetext für die mit ihm durch einen Exklusivvertrag verbundene Galerie schreiben wollte. Es gehört heute zu den Aufgaben der Künstler, Überlegungen anzustellen, wie diesem Kapitalzwang zu entgehen ist. Wenn aber Kunsthändler diese Bereitschaft der Künstler zu mißbrauchen versuchen, wie beispielsweise jetzt in einem Manifest gegen diese Berliner und die Kölner Messe der Inhaber der Media Agentur (Tangente) und Künstler Klaus Staeck in seinem Aufruf "zu Solidarisierung der Künstler zum Boykott durch Warenverweigerung" und dann nur seine beiden prominentesten Künstler - die noch nicht etablierten seiner Künstler indes nicht - mitunterschreiben dürfen, dann kann es mit der Solidarisierungsabsicht auch nicht so weit her sein. Man merkt die Absicht und - ist nicht einmal verstimmt. Berechtigt ist daher das Unbehagen einiger Gruppen an einer Entwicklung, wo sich auf der einen Seite der Marktzwang mit seiner Manipulation etabliert hat, auf der anderen Seite aber bereits neue Manipulationen in Verbindung mit Reformvorschlägen stattfinden. Verantwortungsbewußte Kunstproduzenten befürchten, auf Grund dieser Zwänge, ihre kreative Freiheit zu verlieren. Diese Frühjahrsmesse wird zum ersten Male mit starker ausländischer Beteiligung und an zwei Orten gleichzeitig durchgeführt: in der Akademie der Künste und in fier Jebensstraße. In den Räumen der Kunstbibliothek in der Jebensstraße (in denen 1969 auch die erste Frühjahrsmesse stattfand), ist eine angeschlossene Informationsschau einiger Berliner Galerien zu sehen. Diese Parallelveranstaltung ist in den vorliegenden Katalog integriert, nachdem es vor Beginn der Messe Querelen mit nicht zur Messe geladenen Berliner Galerien gegeben hatte. Leider spielten auch bei dieser Auseinandersetzung in erster Jnie rein kommerzielle Gesichtspunkte eine Rolle, und es zeigten sich deutlich verschiedene Interessen: die der Künstler, deren Produkte nicht verkauft werden, die der ausgesperrten Kunsthändler, die nicht verkaufen können und die der Kritiker, die gern mitbestimmen möchten. Aber es zeigte sich dabei auch, daß die "Messe der Zukunft" nur ohne Berücksichtigung solcher Gruppeninteressen organisiert werden kann. Zu fordern wäre eine unjurierte Informationsmesse … (Vorwort / Rene Block)
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